Inner Source / Vorteile / Selbstorganisation

Kurz­er­läuterung zu den Vorteilen von “Inner Source” unter dem Szenar­io Selb­stor­gan­i­sa­tion

Prof. Dr. Dirk Riehle, M.B.A.

Inner Source”, auch “Fir­menin­tern­er Open Source”, ist die Kurzbeze­ich­nung für die Ver­wen­dung von Prak­tiken der Open-Source-Entwicklung in der fir­menin­ter­nen Soft­wa­reen­twick­lung. Dabei wird keine Open-Source-Software entwick­elt, son­dern es wird der existieren­de Soft­wa­reen­twick­lung­sprozess um Erfol­gsmeth­o­d­en aus der Open-Source-Entwicklung ergänzt und erweit­ert [1].

Die primären Ziele ein­er Prozesser­weiterung durch Open-Source-Praktiken sind die Verbesserung der Wis­sensweit­er­gabe und –verteilung (Knowl­edge Shar­ing) über Abteilungs­gren­zen hin­weg und die Verbesserung von Code-Wiederverwendung inner­halb der Entwick­lung­sor­gan­i­sa­tion. Diese Ziele wer­den erre­icht, in dem man den Soft­wa­reen­twick­lern und –entwick­lerin­nen den Spiel­raum gibt, sich im Rah­men ihrer Arbeit­szeit an Unternehmen­spro­jek­ten zu beteili­gen, den sie ursprünglich nicht zugewiesen wur­den und die außer­halb ihrer nor­malen Zuständigkeit liegen. Die Entwick­ler find­en und wäh­len diese Fir­men­pro­jek­te selb­st. Dabei baut man auf die Beobach­tung, dass Entwick­ler häu­fig sehr gut wis­sen, wo es bren­nt und wo sie gebraucht wer­den kön­nen resp. wo sich neue und attrak­tive The­men auf­tun, die unter­stützt wer­den soll­ten [3]. Dieser Selb­stor­gan­i­sa­tion kön­nen bis zu 20% der Arbeit­szeit zuge­sprochen wer­den [4].

Zur Erre­ichung dieser Ziele müssen ver­schiedene vor­bere­i­t­en­de und beglei­t­en­de Maß­nah­men getrof­fen wer­den. Ins­beson­dere müssen sich existieren­de Pro­jek­te öff­nen, also inner­halb des Unternehmens find- und ein­se­hbar sein (Werkzeuge). Weit­er­hin müssen die Entwick­ler eines Pro­jek­ts bere­it sein, etwaiger Hil­fe pro­jek­tex­tern­er Kol­le­gen kon­struk­tiv zu begeg­nen (Prak­tiken). Eben­so soll­te das Top-Management klare Unter­stützung dieser Prozessverbesserungs­maß­nah­men sig­nal­isieren. Die spez­i­fis­ch zu tre­f­fend­en Maß­nah­men hän­gen von den Geschäft­szie­len und der Kul­tur des Unternehmens ab.


Prof. Riehle [2] of the Open Source Research group at the Uni­ver­si­ty of Erlangen-Nürnberg is active­ly guid­ing such projects.

[1] Dirk Riehle. Open Col­lab­o­ra­tion with­in Cor­po­ra­tions. IEEE, 2009.

[2] Dirk Riehle. One Para­graph Bio, 2011.

[3] Zahlre­iche Anek­doten bele­gen, dass der­ar­tige Eigenini­tia­tive von Entwick­lern eine über­durch­schnit­tliche Return-on-Investment-Rate für die einge­set­zte Entwick­ler­ar­beit­szeit besitzt. Eine wis­senschaftliche Unter­suchung ist an der Uni­ver­sität Erlan­gen im Gang.

[4] Vgl. Google’s “20% Zeit” oder Facebook’s Einmonats-Hackathon.

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